Taylorismus
Managementphilosophie nach Frederick Taylor (1911), die auf der Trennung von Denken und Handeln basiert. Optimiert durch Arbeitsteilung, Standardisierung und Kontrolle. Funktioniert bei stabilen, vorhersagbaren Umfeldern – versagt bei Dynamik und Komplexität.
→ Wo trennen wir noch Denken und Handeln – obwohl das längst nicht mehr funktioniert?
Quelle: Frederick Taylor
Cargo-Kult
Übernahme von Praktiken ohne Verständnis der zugrundeliegenden Prinzipien. Ursprung: Anthropologie (Melanesien). Im Business: Unternehmen kopieren Spotify-Modell, Google-OKRs oder agile Frameworks ohne deren Kontext zu verstehen. Auch: Methodenfetischismus.
→ Welche Methoden kopieren wir, ohne die Prinzipien dahinter verstanden zu haben?
Siehe auch: Doing vs. Being Agile
Exponentieller Wandel
Veränderungen, die nicht linear, sondern exponentiell verlaufen. Menschen unterschätzen exponentielles Wachstum systematisch – ein kognitiver Bias mit oft fatalen Folgen für strategische Entscheidungen. Beispiele: Digitale Disruption, KI-Entwicklung.
→ Wo denken wir linear – obwohl sich unser Umfeld exponentiell verändert?
Quelle: Ray Kurzweil, Singularity University
Problem vor Lösung
Gestaltungsprinzip: Erst das Problem vollständig verstehen, bevor Lösungen entwickelt werden. Zentral in Design Thinking, Lean Startup und systemischer Beratung. Verhindert, dass Ressourcen in die falsche Richtung fließen. Auch: Problem Framing.
→ Starten wir Projekte, bevor wirklich klar ist, was gelöst werden soll?
Siehe auch: Double Diamond, Problem-Solution-Fit
Purpose ≠ Purpose-Folie
Unterscheidung zwischen echtem organisationalem Sinn (Purpose als Entscheidungsfilter) und Purpose als reiner Kommunikationsmaßnahme. Echter Purpose beantwortet: Warum existiert dieses Unternehmen? Er filtert Entscheidungen, nicht nur Employer Branding.
→ Ist unser Purpose ein Entscheidungsfilter – oder nur Kommunikation?
Quelle: Simon Sinek, „Start with Why"
Hypothesen statt Annahmen
Implizite Annahmen in explizite, testbare Hypothesen überführen. Annahmen sind unbewusst und werden für wahr gehalten. Hypothesen sind bewusst formulierte Vermutungen, die validiert oder falsifiziert werden können. Grundlage für evidenzbasiertes Arbeiten.
→ Welche unserer strategischen Annahmen haben wir eigentlich nie überprüft?
Quelle: Lean Startup, Scientific Method
Externe Referenzen
Orientierung an Markt, Kunden, Wettbewerb und externem Umfeld statt an internen Befindlichkeiten, Hierarchien oder historischen Entscheidungen. Organisationen neigen dazu, sich selbst zum Maßstab zu machen – und verlieren den Bezug zur Realität.
→ Orientieren wir uns am Markt – oder an interner Logik?
Siehe auch: Jobs-to-be-Done, Customer Journey
Wirksamkeit vor Aktivität
Prinzip, das Ergebnisse über Beschäftigung stellt. Unterscheidung zwischen „busy" und „productive". Viele Organisationen messen Erfolg an Aktivität (Meetings, Projekte) statt an tatsächlicher Wirkung. Eng verbunden mit Outcome vs. Output.
→ Messen wir Erfolg an Ergebnissen – oder an Beschäftigung?
Siehe auch: Outcome statt Output
Systemisch denken
Denkweise, die Wechselwirkungen, Rückkopplungen und emergente Eigenschaften berücksichtigt. Gegenentwurf zu linearem Ursache-Wirkung-Denken. Erkennt, dass Interventionen unbeabsichtigte Effekte haben können.
→ Wo übersehen wir Wechselwirkungen, weil wir linear denken?
Quelle: Peter Senge, Donella Meadows, Niklas Luhmann
5 Why & Root Cause
Methode zur Ursachenanalyse durch wiederholtes Fragen nach dem „Warum" (typischerweise fünfmal). Ursprung: Toyota Production System (Taiichi Ohno). Ziel: Eigentliche Ursachen statt Symptome identifizieren.
→ Bekämpfen wir Symptome – oder verstehen wir die eigentlichen Ursachen?
Quelle: Taiichi Ohno, Toyota
Disruption
Radikale Marktveränderung durch neue Technologien oder Geschäftsmodelle. Nach Christensen oft von unten kommend: Neue Anbieter bedienen zunächst Nischen, bevor sie den Massenmarkt übernehmen. Wird typischerweise zu spät erkannt.
→ Welche Veränderungen im Markt erkennen wir systematisch zu spät?
Quelle: Clayton Christensen, „The Innovator's Dilemma"
Legitimation
Die Frage nach der Daseinsberechtigung einer Organisation. Geht über Purpose hinaus: Warum muss es dieses Unternehmen geben? Was würde fehlen, wenn es nicht existierte? Besonders relevant in Zeiten von Disruption und Marktsättigung.
→ Warum muss es dieses Unternehmen eigentlich geben?
Siehe auch: Purpose, Jobs-to-be-Done